Rückblick und Ausblick

Technologische Innovationen, neue Formen der Zusammenarbeit, gesellschaftliche Entwicklungen und steigende Erwartungen an öffentliche Dienstleistungen haben die Art und Weise, wie eine Gemeindeverwaltung ihre Aufgaben gestaltet, über die letzten Jahre grundlegend verändert. Die auf Hochtouren laufende digitale Transformation der Gemeindeverwaltung Thalwil ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern eine gesamtstrategische Aufgabe, die alle Dienstleistungszentren (DLZ) und deren Bereiche gleichermassen betrifft. Überall entstehen kontinuierlich neue Anforderungen an Prozesse, Kompetenzen und Zusammenarbeit. Als dienstleistungsorientierte und zukunftsorientierte Gemeinde stellt sich Thalwil diesen Entwicklungen bewusst.

Die digitale Weiterentwicklung unserer Prozesse verändert nicht nur, wie Verwaltungsangestellte künftig arbeiten, sondern auch, in welcher Form Thalwil ihre Dienstleistungen erbringt und wie wir von der Gemeindeverwaltung mit Bevölkerung, Politik und Wirtschaft in Kontakt treten und interagieren. Sicherlich fordert es uns tagtäglich immer wieder aufs Neue heraus, mit der Einführung neuer technologischer Entwicklungen Schritt zu halten. Gleichzeitig eröffnet die digitale Transformation auch Chancen, Abläufe zu vereinfachen, bestehende Doppelspurigkeiten zu reduzieren und Ressourcen gezielter einzusetzen. Unser Ziel ist es, Verwaltungsdienstleistungen zunehmend medienbruchfrei, verständlich und zeitgemäss anzubieten.

Nicht immer jedoch sind diese Entwicklungen und die Optimierung interner Prozesse und Abläufe für die Bevölkerung unmittelbar erkennbar. Denn die Umsetzung solcher Projekte erfordern viel Zeit, sorgfältige Planung und eine enge Abstimmung mit verschiedenen Anspruchsgruppen, bis sie sich im Alltag der Thalwiler Einwohnerinnen und Einwohner im Austausch mit der Gemeinde spürbar auswirken. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der komplexen Abstimmung mit kantonalen und bundesweiten Vorgaben sowie der Zusammenarbeit mit externen Partnern und Dienstleistern. Hinzu kommen weitere rechtliche Rahmenbedingungen, umfangreiche Datenschutzanforderungen sowie technische und organisatorische Abhängigkeiten, die bei der Umsetzung stets zu berücksichtigen sind. Zudem müssen digitale Prozesse so gut wie immer technisch kompatibel mit übergeordneten Systemen sein. Was also in der Aussenwahrnehmung der Bevölkerung häufig unsichtbar bleibt, ist der hohe Aufwand im Hintergrund: die Anpassung von Abläufen, die Schulung der Mitarbeitenden und die Integration neuer Systeme in bestehende. Doch gerade im öffentlichen Umfeld ist für uns eine nachhaltige und vor allem rechtssichere Einführung neuer digitaler Lösungen zentral.

Digitaler Wandel als Prozess

Diese digitalen Entwicklungen letztlich auch umzusetzen, wäre ohne das grosse Engagement der 291 Mitarbeitenden unserer Gemeindeverwaltung nicht möglich. Im Berichtsjahr haben sie mit hoher Leistungsbereitschaft, Offenheit und viel Engagement dazu beigetragen, neue Lösungen umzusetzen, bestehende Strukturen zu verbessern und den digitalen Wandel für unsere Gemeinde voranzutreiben. Die Gemeindeverwaltung hat die Mitarbeitenden dabei aktiv unterstützt, ihre Kompetenzen weiter auszubauen – insbesondere im praxisnahen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) im beruflichen Alltag. Nebst Informationsveranstaltungen zum Thema KI Ende September, haben wir per Oktober für das gesamte Gemeindepersonal verbindliche KI-Richtlinien ausgearbeitet und eingeführt, die Orientierung und Sicherheit im Umgang mit den neuen Technologien gewährleisten sollen.

Innerhalb all dieser Entwicklungen legten wir als Gemeindeverwaltung auch im Berichtsjahr grossen Wert darauf, die Gemeinde als attraktive Arbeitgeberin weiter zu etablieren, die sowohl die fachliche Weiterentwicklung als auch das persönliche Wohlbefinden der Mitarbeitenden unterstützt. Dies verwirklicht die Gemeinde Thalwil durch flexible Arbeitszeitmodelle, gezielte Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine offene, wertschätzende Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt fördert.

Fernab des Arbeitsalltags bot der jährliche Personalabend unter dem Motto «Thalwiler Wiesn» Anfang Juli unseren Mitarbeitenden die Gelegenheit, sich über Abteilungsgrenzen hinweg auszutauschen und den Teamgeist bei Bier und Brezn zu fördern. Ebenfalls gesellig – und begleitet von Glühwein und Raclette – ging es beim mittlerweile zur Tradition gewordenen «Adventsapéro» Mitte Dezember in der Pfisterschüür zu und her. Mit einer persönlichen Rede wurde der engagierte Einsatz der Mitarbeitenden während des vergangenen Jahres gewürdigt.

Neue Strukturen

Doch nicht nur die digitale Transformation und gesellige Anlässe prägten 2025 unseren Arbeitsalltag. Auch politisch und strategisch gefällte Entscheide nehmen Einfluss auf die künftige Struktur der Thalwiler Gemeindeverwaltung. So entschieden sich im Dezember die Gemeindevorstände der Sitzgemeinden Thalwil und Adliswil für die Zusammenlegung der beiden Betreibungskreise Thalwil-Rüschlikon-Kilchberg und Sihltal per 1. Januar 2027. Dieser Entscheid unterstützt die Bestrebungen des Regierungsrats, die Anzahl der Betreibungskreise im Kanton Zürich zu reduzieren. Künftige Sitzgemeinde und damit Standort eines fusionierten Betreibungs- und Stadtammannamts wird neu Thalwil. Unser Standort bleibt folglich bestehen, wird sich aber vor allem personell künftig merklich vergrössern.

Diese Veränderungen bringen neue Anforderungen mit sich, eröffnen aber zugleich Chancen, Prozesse weiter zu optimieren und die Gemeinde Thalwil zukunftsfähig aufzustellen. Dass wir diese ambitionierten Ziele erreichen, verdanken wir in erster Linie der Leistungsbereitschaft eines starken und zuverlässigen Teams. Für den unermüdlichen und engagierten Einsatz gebührt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung Thalwil grosse Anerkennung und ein herzliches Dankeschön.


freepik_br_df0de06f-e134-462e-b0c6-6c484abd9ac0 (1)

Pascal Kuster,
Gemeindeschreiber